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Zeichnung der Bell 205 / UH-1D

Der Huey erwarb sich in Vietnam den unsterblichen Ruf einer "Allzweckmaschine". Der Film "Apocalypse Now" von Francis Ford Coppola machte ihn zur Legende. Dem Huey kommt in der Geschichte des Hubschrauberwesens ungefähr die gleiche Position zu, wie der Spitfire oder dem Mustang bei der Entwicklung des Flugzeugs. Das "tack, tack, tack" des zweiblättrigen Rotors wird tausenden Verwundeten, auf Rettung oder Munition hoffenden Soldaten oder jenen Kämpfern, die in entfernten Stellungen auf Post oder einfach nur auf ein Bier warteten, immer im Gedächtnis haften.

Allerdings beginnt die Geschichte dieses überaus vielseitigen Hubschraubers eher bescheiden. 1950 beschloss die US-Army ein Programm zum Bau eines einfachen Helikopters zur Bergung von medizinischem Personal und zum Training von Tarneinsätzen. Auf Vorschlag von Professor Anselm Franz und seinem deutschen Forschungsteam (nach dem 2. Weltkrieg) bestückte die Bell Helicopter Company ihr Fahrgestell probehalber mit einer Wellenturbine XT-53 (750 PS), die zum damaligen Zeitpunkt eine wahre Revolution bedeutete. So wurden die ersten drei Prototypen mit der Bezeichnung Modell 204 bzw. XH-40 gebaut. Der Jungfernflug fand 1956 statt, und eine begeisterte US-Army stellte ihre ersten, von einer Turbine angetriebenen Maschinen in Dienst. Die Produktion lief 1959 an. Die Maschinen mit der offiziellen Bezeichnung UH-1A Iroquois erhielt recht bald ihren unsterblichen Spitznamen "Huey" (Helicopter Utility 1).

Nach einigen Verbesserungen der ursprünglichen Ausführung flog der ab März 1961 produzierte UH-1B mit einem leistungsstärkeren Triebwerk vom Typ T-53-L-5 (960 PS) und später mit dem L-11 (1100 PS), wodurch sich das Gewicht und damit die mögliche Nutzlast erhöhte. Diese Version stieß in Japan auf Interesse. Fuji baute 89 Maschinen. Auch Italien erwarb die Herstellungslizenz, produzierte die Maschine unter dem Namen Agusta Bell AB204 und vertrieb diese in zahlreichen Ländern. Die US-Army besaß 2500 dieser Hubschrauber. Dieser Erfolg veranlasste Bell, den Leistungsgrad der Maschine zu erhöhen. So entstand der UH-1D unter Beibehaltung des Lycoming - Triebwerks T-53-L-11, jedoch mit neuem Rotordurchmesser von 14,65m. Die Kabine wurde um 50% gestreckt und erlaubte dadurch den Transport von acht Infanteristen bzw. sechs Verwundeten und einem Krankenpfleger sowie zwei Piloten. Die zulässige Nutzlast stieg auf 2270kg bei einem Gesamtgewicht von 4309kg. Mit dem Einbau des neuen Triebwerks TA-5313A (1400 PS) wurde aus dem UH-1D die endgültige Ausführung UH-1H.

Deutsche Bell 205Durch die Eskalation des Vietnamkrieges steigerte Bell seine Produktion auf zwei Maschinen pro Tag.
Die US-Army kaufte 2008 UH-1H, die bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts Dienst tun werden. Die Fertigung des UH-1H wurde mit einem Auftrag von über 40 Maschinen für die Türkei 1986 eingestellt. Auch bei Dornier in Deutschland wurden 352 UH-1D
in Lizenz gebaut. Dieser Typ wurde zum mittleren Standardhubschrauber der Bundeswehr. Ferner produzierte die taiwanesische Firma AIDC 118 UH-1H für die chinesische Volksarmee. Agusta Bell stellte mehr als einhundert Exemplare her, die in vielen Armeen der Welt zum Einsatz gelangten. Der Vielfach an die US-Verbündeten exportierte Huey hat sich im Gefecht als äußerst zuverlässig erwiesen und damit bleibenden Ruhm erlangt. Er ist ein Beweis für überlegene Militärtechnologie und eine prominente Größe in der Militärgeschichte am Ende des 20. Jahrhunderts geworden.

 

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