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Dem Black Hawk als Hauptinstrument der US-Luftangriffe wurde eine so große Medienaufmerksamkeit in Form von Dokumentarfilmen und Berichten über die Invasion in Grenada, Kämpfe in Panama und humanitären Aktionen in Haiti zuteil, dass er schließlich den unsterblichen Huey ablöste. Die US-Army startete ein Programm zur Entwicklung einer Maschine, die ebenso viele Soldaten aufnehmen konnte und zudem noch über verbesserte Leistungsmerkmale verfügte und sicher vor Havarien war. Das Programm verzögerte sich wegen des Vietnamkrieges. Erst im Jahr 1972 stellte Sikorsky seinen S-70, auch YUH-60 genannt, vor. Der Erstflug fand am 17. Oktober 1974 statt. Angetrieben wurde der vierblättrige von zwei General Electric Wellenturbinen vom Typ T-700. Der YUH-60 besaß eine ausgezeichnete Stromlinienform und war überaus robust. Im Dezember 1976 erhielt Sikorsky den Zuschlag und gab seinem Konkurrenten Boeing Vertol YUH-61 das Nachsehen. Produktionsstart war 1978. Der Hubschrauber erhielt den Namen UH-60A Black Hawk. Die ersten Maschinen wurden im darauf folgenden Jahr an die 101. Luftgestützte Sturmdivision geliefert. Die Einführung des Black Hawk stellte eine wahre technische Revolution dar und deklassierte den durchaus leistungsfähigen Huey als "prähistorisch".
Offiziell für 11 Infanteristen ausgelegt, konnte der Black Hawk durchaus 20 Mann transportieren. Auch große Lasten beförderte er unter extremen Bedingungen an der Schlinge mit fast spielerischer Leichtigkeit. Mit seinem kugelsicheren Tank erwies sich der UH-60A als ungemein manövrierfähig. Im Laufe der Jahre erhöhten weitere Modifizierungen den Schutz, beispielsweise eine Vorrichtung zur Abgaskühlung und Schutz vor Luft-Luft-Raketen, Ausstreuvorrichtungen für Düppelstreifen und eine effizientere Avionik. Über der Kabinentür lassen sich manuell Stummelflügel anbringen, so dass vier Zusatztanks oder Waffenpylonen mitgeführt werden konnten. Seitlich können 7,62 mm MG vom Typ M-60 oder ein Minigun M-134 befestigt werden. Außerdem sind verschiedene Ausführungen für Verwundetentransporte möglich. Dank seines Klapphecks konnte der Black Hawk von einer Lockheed C-5 Galaxy verlegt werden.
Mit dem Einbau neuer Ausrüstungskomponenten erhöhte sich das Gewicht des UH-60 bei gleichzeitiger Leistungsverringerung. So entschied sich Sikorsky nach der Einstellung des kostenintensiven UH-60M-Programms zur Einführung des UH-60L mit neuen Wellenturbinen vom Typ T-700-GE-701C (je 1723 PS). Mit solchen Triebwerken konnte der Black Hawk sogar ein Gefechtsfahrzeug zur Panzerabwehr mit TOW-Lenkraketen am Haken transportieren.
Der erste UH-60L hatte seinen Jungfernflug im März 1988. Die Lieferungen an die US-Army sind noch nicht abgeschlossen. Die amerikanischen Landstreitkräfte wollten 2262 Black Hawk in Dienst stellen, mussten sich aber aus Budgetgründen mit 1400 Exemplaren zufrieden geben.
Beim UH-60Q, einer neuen Ausführung, handelt es sich um eine Art fliegenden Krankenwagen für alle Wetterlagen, der die bisher für medizinische Einsätze genutzten UH-60A und UH-60L bald ablösen dürfte. Ein Exemplar wurde auch an die Nationalgarde des Bundesstaates Tennessee geliefert. Ein weiteres Originalmodell ist der VH-60N Presidential Hawk, von dem das Marine Corps neun Maschinen zum Transport des US-Präsidenten erwarb. Erkennbar an seinen Antennen ist der EH-60C für die elektronische Kriegsführung konzipiert. 66 Maschinen dieses Typs wurden an die Hubschrauberbrigaden der großen US-Einheiten geliefert. Von den vorhandenen Black Hawk wurden verschiedene Ableitungen gebaut, so der HH-60D Night Hawk, der MH-60G Pave Hawk für SAR-Operationen der US-Luftwaffe, und die streng geheim gehaltenen MH-60K und AH-60für Einsätze des 160. Fliegerregiments für Sonderaufgaben, das auch im Golfkrieg eingesetzt war.
Der Black Hawk als würdiger Nachfolger des Huey wurde von zahlreichen Armeen unter dem Namen S-70 geordert. Gegenwärtig wird dieser Typ noch immer von Sikorsky für den Export angeboten. Australien, Korea und Japan stellen ihn in Lizenz her.